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Wissen & Rat Dr. Smyrka

Neuer Mut für die Beziehung

von Michael Smyrka

Das Wichtigste, um eine glückliche und erfüllte Beziehung führen zu können

Wir alle sollten neugierig und bereit sein, so viel wie möglich über die Gesetzmäßigkeiten zwischen Frauen und Männern zu lernen. Beziehungs-wissen ist nicht selbstverständlich. Wie Beziehungen gehen, wurde uns nicht vermittelt. Stattdessen mussten viele von uns erleben, wie Beziehungen nicht funktionieren.

Wenn Paare in die Beratung kommen, gibt es zwei grundsätzliche Szenarien:

Beide sitzen in den Sesseln und wenn ich frage, wer anfangen möchte zu reden, sind sie ganz „höflich“ und sagen: „Fang du mal an; nein, fang du mal an“. Sie möchten gern die Verantwortung dem Partner zuschieben. Natürlich ist auch Unsicherheit durch die neue Situation im Spiel, aber dennoch wird schon im ersten Moment deutlich, dass das Bewusstsein für ein gemeinsames WIR versperrt ist.

Nicht viel anders geht es in dem anderen Szenarium: Die Partner sind „inLadung. Jeder möchte seine Empfindungen, Sichtweisen und Gefühle ausdrücken und loswerden. Es wird dann viel und schnell geredet, es ist Spannung im Raum, manchmal hochexplosiv und die Partner sind nicht in der Lage, einander zuzuhören und aufeinander einzugehen. Stattdessen ist oft zu beobachten, dass sie sich unterbrechen: „Nein, das hast du aber ganz anders gesagt, das stimmt nicht, du lügst“ oder: „Ich finde, du solltest unbedingt das und das machen, nie hörst du mir zu“.

 

Damit Männer und Frauen konstruktiv und partnerschaftlich miteinander umgehen können, ist es notwendig, dass sie etwas über die Grundgesetze, die Polarität von Mann und Frau, über Spiegelung und Resonanz, über gemeinsame Heilung und Vergebung und auch über Entwicklung und seelisches Wachstum lernen. Eine Partnerschaft ist immer eine Herausforderung. Unangenehme Gefühle, Konflikte und Krisen sind nicht zu vermeiden und gehören zum Paaralltag. Entscheidend ist, wie in der Partnerschaft damit umgegangen wird.

 

Warum entstehen Beziehungskrisen oder bleibt die Liebe in einer Partnerschaft auf der Strecke?

 

Menschen sind von ihrer Natur aus Beziehungs- und keine Singlewesen. Sie machen positive und negative Erfahrungen miteinander und in einer Partnerschaft kommunizieren beide Nervensysteme bzw. Gehirne ständig miteinander. So entsteht ein „energetisches Geflecht“ zwischen den Partnern, das die Dynamik der Beziehung bestimmt.  Untersuchungen zeigen, dass sich über 80 % der Beziehungspartner nicht in einem emotional-energetischen Gleichgewicht befinden. Alte, unverarbeitete Erfahrungen belasten die Nervensysteme. Die Spannungsenergie ist nicht entladen und kann bei kleinsten oder sich wiederholenden Anlässen „explodieren“. Für diese latente Ladung, Reizbarkeit bzw. Empfindlichkeit gibt es bei den meisten kein Bewusstsein. Wenn Stress oder Konflikt entsteht, liegt es immer an dem anderen und nicht an der eigenen unverarbeitetenSpannung.

Viele Partnerschaften sind auch durch ein „zelluläres Erbe“ belastet. Was ich damit meine ist, dass Verletzungen, traumatische Erlebnisse, Kriegserfahrungen der Eltern an die Kinder weitergegeben werden – und das oft über Generationen.

 

Die Dynamik einer Beziehung ist Spiegel für die eigene Innenwelt

 

Wenn ein Mensch in einer Beziehung nicht glücklich ist, dann gibt es etwas in ihm oder im Partner, was zu klären und zu heilen ist. Diese Tatsache ist als Hinweis und nicht als Forderung zu verstehen. Im PaarCentrum versuchen wir Paaren zu vermitteln, dass Partnerschaft ein gemeinsamer Organismus mit einem komplexen Beziehungsgeflecht ist, bei dem jeder Partner seine eigenen Entdeckungen und Erfahrungen macht und seine individuelle Sicht hat. Keiner von beiden ist falsch bei dieser Entdeckungsreise.

Aber für das Verständnis der Paardynamik ist es wichtig, sich  mit der Einsicht vertraut zu machen, dass wir für unsere Gefühle – auch die problematischen selbst verantwortlich sind. Das hört sich hart an, doch wir selbst bestimmen, in welche Richtung wir uns entwickeln. Wie der amerikanische Psychologe Smothermon sagt, schreiben wir das Drehbuch unseres Lebens selber. Entsprechendes gilt auch für die Wahl des Partners.

 

Was bedeutet das für die Gestaltung einer bewussten und erfüllten Beziehung?

 

Die gemeinsame Zeit, wir nennen es Paar Zeit, egal ob es in der Paarberatung oder zu Hause auf dem Sofa oder im Bett ist, ist grundsätzlich eine Möglichkeit etwas über sich selbst und über diesen unbekannten Kontinent Beziehung zu lernen. Im PaarCentrum zeigen wir, dass dieses Lernen Spaß, neugierig und zufrieden machen kann. Wenn wir herausfinden, was sich gut anfühlt, was das Gefühl von Zufriedenheit und Glück bewirkt, entstehen Entspannung und ein Gefühl von Sicherheit. Wir können die Welt und auch unsere Beziehungen verändern, wenn WIR uns verändern.

Gibt es nicht  Gründe, nicht mehr auf den Partner zuzugehen?

 

Das ist eine häufig gestellte Frage und im Kern die Frage nach der Schuld. Natürlich gibt es Grenzen, insbesondere dort, wo es um Unversehrtheit und Integrität geht. Hat jedoch der Virus der Schuld eine Beziehung befallen, gilt es höchst wachsam zu sein. Schuld ist wie ein Gift und führt immer zu Verletzungen und zu Trennung.  Schuldgefühle sind Energieräuber. Immer, wenn wir Schuld zulassen, wenn wir uns schuldig fühlen, haben wir eine negative Einstellung zu uns selbst. Schuld akkumuliert sich, wir fangen an, vor uns selbst zu flüchten. Aber das klappt ebenso wenig, wie die Schuld auf andere zu projizieren.

 

Es gibt in jeder Beziehung Situationen, wo wir einmal die Verbindung abbrechen mussten, weil wir etwas nicht ertragen konnten. Jedes Mal, wenn wir das getan haben, haben beide Partner gelitten. Und hinterher haben wir es sehr schwer, uns wieder zu zeigen und anzuvertrauen. Wir zögern und warten, dass der andere den ersten Schritt macht. Vor allem aber haben wir uns selbst verlassen, indem wir unsere wirklichen inneren Empfindungen verleugnet haben. Uns wieder zu zeigen, ist die einzige Möglichkeit, aus diesem Konflikt herauszukommen. Nur dann haben Körper und Seele die Chance, sich zu regulieren, Stress zu verarbeiten und wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

 

Das Wir - Bewusstsein

 

Partnerschaft ist die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Nähe und Freiheit, Verbundenheit und Selbstverwirklichung. Beide Partner müssen gleichermaßen profitieren.  Schuldzuweisungen mit der Absicht, den anderen ins Unrecht zu setzen, sind für eine Beziehung ebenso zerstörerisch wie das Bloßstellen oder das Herabwürdigen des anderen – sei es durch Sarkasmus, Besserwisserei oder den Ausdruck von Verachtung.  Sprengstoff stellt auch das Opfertum dar. Jammern oder dem anderen das Wort im Mund umzudrehen, macht jeden Partner  hilflos und wütend, ebenso wie Schweigen oder  Beleidigt sein. Es gilt die alte Regel: Was wir bekämpfen, gewinnt an Macht und trennt.

 

Im PaarCentrum versuchen wir den Partnern ein  Wir-Bewusstsein zu vermitteln. Es eröffnet sich eine völlige neue Ebene und Sicht, wenn beide sich als Gewinner fühlen können. Beide empfinden sich ein wenig abhängig vom Partner und bleiben aber trotzdem sie selbst.

 

Warum ist es nicht mehr so schön wie früher?

 Paare geraten in den allermeisten Fällen nicht in eine Krise, weil sie nicht zusammen passen, sondern weil sie die Dynamik ihrer Beziehung nicht verstehen. Sie sind unglücklich oder enttäuscht wegen ihrer unrealistischen Erwartungen– an den Partner und an sich selbst. Wer sich von einem Partner wünscht, dort im Leben glücklich gemacht zu werden, wo er es allein nicht geschafft hat, der muss sich als gescheitert empfinden, wenn es wieder einmal in der Partnerschaft nicht klappt.

 

Liebe geht immer mit Freiheit einher. Wenn wir unseren Partner angreifen, verachten oder beschuldigen, sind das letztlich nichts anderes als Angriffe auf uns selbst, die nur eines bewirken: Sie trennen uns vom anderen. Durch Liebe, Mitgefühl und Vergebung können wir stattdessen für Entspannung und Bindungssicherheit sorgen. Hier zeigt sich eine weitere Beziehungsweisheit: Alles, was wir anderen Gutes oder Negatives tun, tun wir uns selbst an. Machen wir uns also immer bewusst, dass wir im gleichen Boot sitzen.

 

Was können wir tun, um wieder Vertrauen in das WIR zu finden?

 

Beziehungen können wir am einfachsten verbessern, indem wir konsequent die Signale unseres Körpers und unseres Nervensystems nutzen.

Alle negativen Gefühle und Übertragungen resultieren aus Verletzungen in der Vergangenheit. Sobald wir uns darüber austauschen, verbinden wir uns wieder mit unserem Partner und können uns gegenseitig helfen. Ich appelliere daran, allen Mut zusammen zu nehmen und genau zu erforschen genau, was dich als Partner aus der Balance gebracht hat. Eine derartige Selbsterforschung hilft auch  für alle anderen Bereiche des Lebens.

 

Ist er/sie die Richtige?

 

Immer wieder fragen sich Frauen und Männer, ob ihr Partner der Richtige sei oder ob man sich lieber trennen sollte. Dieser Zweifel stellt eines der größten Probleme in Beziehungen dar, weil wir uns unbewusst abhängig und enttäuschbar machen. Der andere soll unsere Bedürfnisse erfüllen. Es gilt die nächste Beziehungsweisheit: Wenn du dich nach etwas sehnst, dann fühle dich verantwortlich, es selbst in die Beziehung einzubringen. Sobald du die Initiative ergreifst, wirst du dich besser fühlen.

 

Warum wirkt das Beziehungsverhalten der Partner häufig zu unerwachsen und infantil?

 

Viele Paare sind gefangen in einem  kindlichen Wir-Modell. Ihre Wir-Vorstellungen werden im Wesentlichen von Projektionen bestimmt. Für viele ist es schwer zu akzeptieren, dass sie trotz aller Hingezogenheit und Gemeinsamkeit ganz unterschiedlich sind. Wenn wir mutig sind in der „Todeszone“ unserer Ängste, Zweifel, Schuldgefühle, Traurigkeiten und Widerstände zu bleiben und nicht flüchten, lösen sich die Probleme auf. Gleichzeitig erhalten wir auch Klarheit in Bezug auf den Partner. Wenn er nicht der Richtige ist, erkennst du dies in aller Ruhe, die Beziehung löst sich auf und ihr könnt möglicherweise Freunde bleiben.

 

Um uns wirklich zu  erkennen, müssen wir auf unser Herz und unseren Körper hören. Jeder Mensch besitzt einen „Kompass“ für Wahrheit und Richtigkeit. Er ist Teil des autonomen, nicht über den Verstand kontrollierten Nervensystems. Um in unsere Kraft und Lebendigkeit zurückzukommen, müssen wir nicht den Partner auffordern, anders zu sein, sondern unsere Projektionen auf ihn entwirren. Damit das gelingt, müssen wir die Angst, die hinter jeder Projektion steckt, erkennen und uns damit dem Partner anvertrauen.

 

Die Grundlage der meisten Projektionen ist die Sehnsucht nach Sicherheit und Fürsorge, die wir nicht hatten. In intimen Beziehungen treten diese verdrängten Bedürfnisse immer – früher oder später zu Tage. Die Partner fühlen sich verletzlich, versuchen sich zu schützen oder ziehen sich in Verteidigungspositionen zurück. Dann ist das Vertrauen angegriffen und die Liebe kann nicht fließen.

Wir sind mit der Frage konfrontiert: Wie können wir uns selbst Zuwendung und Liebe geben und dem anderen gleichzeitig Freiheit und Achtung zuteilwerden lassen? Dieser Urkonflikt zwischen Autonomie und Verbundenheit ist das zentrale Thema der Arbeit des PaarCentrums. Wir lernen, Verantwortung für unsere Bedürfnisse zu übernehmen und uns damit aus unseren Projektionen befreien können.

 

Wie gehen wir mit Stress, Ängsten, alten Verletzungen oder Misstrauen um?

 

Kein Partner fängt bei null an, wenn er in eine Beziehung eintritt, sondern jeder von uns ist auf vielfältige Weise vorgeprägt, d.h. auch vor-belastet. Oft sind die Spuren davon nicht geheilt oder aufgelöst, sondern stecken verkapselt oder verdrängt in unserem Körper. Dies führt zu Stressarealen im Körper, die wir auch als Trauma bezeichnen. Die moderne Hirnforschung zeigt, dass wir auf zellulärer Ebene Informationen aller Art abspeichern und somit auch behalten – auch wenn dieses Wissen nicht über den Neocortex, das Verstandeshirn abrufbar ist. Wenn ein Mensch viel Stress bzw. Trauma  in sich trägt, kommt er schnell an seine (Stress) Grenze, reagiert leicht gereizt, fängt an zu kämpfen, zu flüchten oder bricht innerlich zusammen. In einer Beziehung führt dies unweigerlich zu Konflikten, denn einer oder beide Partner sind auf Grund ihrer Vorgeschichte energetisch instabil. Das Nervensystem ist überlastet und kann sich nicht allein wieder regulieren.

 

Bei einem Trauma geht es immer um den Verlust der Verbindung zu uns selbst, zu unserem Körper, zu unseren Familien, zu anderen Menschen und zu der umgebenden Welt. Dieser Verlust der Verbindung ist nicht leicht zu erkennen, weil er nicht mit einem Mal passiert. Er kann sich langsam einstellen und oft passen wir uns an diese subtile Veränderung an, ohne es zu bemerken – wir stecken fest in unseren eigenen Trennungsmustern.

In einer intimen Beziehungspürt jedoch der andere meist besser als wir selbst, dass etwas nicht stimmt, dass wir  gefangen sind. Anzeichen für Blockierungen können sein: Das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen, das Wohlbefinden oder die Verbindung zum Leben sind fragil. Unsere Wahlmöglichkeiten schränken sich ein, weil wir bestimmte Gefühle, Menschen, Situationen und Orte meiden. Das Ergebnis dieser allmählichen Freiheitsbegrenzung ist der Verlust an Vitalität und Kraft.

 

Die gute Botschaft ist:  Menschen besitzen die angeborene Fähigkeit, ihre Verletzungen heilen und ihre Trauma besiegen zu können. Meine Erfahrung ist darüber hinaus, dass der Heilungsprozess ein Katalysator für ein tiefgreifendes Erwachen und ein Quantensprung für die Partnerschaft bedeuten kann – ein Türöffner für emotionale und  seelische Transformation. Wir tragen den eigenen Kompass  in uns und können uns in jeder Sekunde danach richten. Das setzt aber voraus, dass wir uns Zeit nehmen für uns selbst und diese  nicht nur mit Arbeit verbringen, sondern auch zum Entspannen,  neu ordnen und zum Herauszufinden, was uns gut tut.

 

Wie kann neuer Mut für die Partnerschaft entstehen?

 

  • Niemand ist zu Beginn einer Paarbeziehung beziehungsfähig, das werden wir erst in der Beziehung selbst
  • Beziehungen sind ein Versuchslabor, um zu lernen, wie man liebt.
  • Paare brauchen eine „3. Kraft“, ein gemeinsames Bewusstsein und eine „präventive Einstellung“. Sind wir aktiv oder eher reaktiv? Investieren wir in unsere Beziehung erst dann, wenn die rote Lampe leuchtet – wenn ja, warum ist das so?
  • Was tun wir für unsere gemeinsame Entspannung, für gemeinsame Zeiten und Rituale?
  • Wie sieht es mit Ankern, Halt und Kontakten außerhalb unserer Beziehung aus?
  • Was tun wir für die Heilung unserer Wunden und die Aufarbeitung unseres geschichtlichen Erbes?
  • Was geben wir an andere, unsere Kinder und Freunde weiter?
  • Gleichgewicht und Entspannung ist immer ein Geben und Nehmen, es ist die Verbindung mit anderen.

 

Ziel der Arbeit des Paarcentrums ist

 1. die Selbstregulation der Partner, so dass sie mit einem neu erlernten Instrumentarium sich beruhigen, wieder zu sich kommen und in offener, entspannter Weise (im parasympathischen Modus) miteinander kommunizieren können. Erst wenn die Nervensysteme nicht mehr im Stress, nicht mehr aktiviert sind, ist Beziehung möglich. Vorher ist es physiologische ein Überlebenskampf, der mit Worten, Argumenten, Forderungen und auch manchmal mit Gewalt erfolgt und dann destruktiv und verletzend ist.

2. Sicheres Beziehungsverhalten, das gekennzeichnet ist durch

  • Eine optimistische Haltung und Sicht auf die Welt
  • Die Fähigkeit, auf das Gegenüber einzugehen und klar zu kommunizieren
  • Die Möglichkeit, sich schnell von Stress zu erholen – vor allem in der Partnerschaft
  • Die Möglichkeit, Wiedergutmachungsbemühungen einzuleiten und entgegen zu nehmen
  • Einen neuen Zugang zu bedingungslosem Vertrauen zu finden
  • Eine funktionierende Intuition (Radar) für Gefahr zu etablieren.